Die schmale Parzelle zwischen Bahngeleisen und Böschung wird mit einem kompakten, langgezogenen Volumen bebaut. Das Gebäude nimmt die Rolle des Vermittlers ein. Auf der Bahnseite reagiert es linear. Im Gegensatz dazu moduliert das Volumen auf der dorfzugewandten Südseite.
Das Volumen verzahnt sich mit der Umgebung und definiert über die Knicke verschiedene Eingangssituationen. Der Eingang zum Gefängnis befindet sich in derselben Südfassade, ist allerdings durch zwei Knicke räumlich vom Eingang des Gerichtsgebäudes getrennt. Von aussen unterscheiden sich die beiden Gebäudeteile Justizanstalt und Strafvollzug kaum. Die Gebäudestruktur umspannt beide Gebäudeteile in gleicher Weise.
Das Gebäude sucht die Nähe zu den umliegenden Industrie- und Gewerbebauten. Gleichzeitig erzeugt die regelmässige Fassadenteilung eine der Aufgabe angemessene, elegante Wirkung. Die Fassade interpretiert den industriellen Charakter des Ortes und ist Abbild einer hohen Flexibilität der Raumaufteilung im Innern. Durch das Zusammenbinden von jeweils zwei Obergeschossen zeichnet sich das öffentliche Erdgeschoss aus. Ein über alle Geschosse geöffneter, überdachter Innenhof bildet das Herz des Gerichtsgebäudes.
Bauherr:
Hochbauamt Kanton Basel-Landschaft
Architekt:
Kunz + Mösch Architekten, Basel
Projekt:
Neubau
Ausführung:
Planung 2007 - 2009, Realisierung 2010 - 2013
Bausumme:
ca. 70 Mio. CHF
Rauminhalt:
6'900 m3
Geschossfläche:
15'000 m2
Leistungen Caretta+Weidmann:
Baumanagement
Bauleitung